Zeugnisse und Zertifikate bei einer Bewerbung: Was müssen Sie mitschicken?

„Bitte schicken Sie uns Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen zu.“ So oder so ähnlich lautet meist der Schluss einer Stellenanzeige. Mit dem Wort „vollständig“ wird suggeriert, dass der Bewerber auch seine Zeugnisse und Zertifikate mitschicken soll. Aber sind hier wirklich alle Zeugnisse gemeint? Welche Zertifikate müssen Sie bei der Bewerbung nicht berücksichtigen?

Es macht einen guten Eindruck, wenn Ihre Bewerbungsunterlagen vollständig sind. Es macht allerdings keinen guten Eindruck, wenn Ihre Bewerbung aus einem 20seitigen Anhang besteht. Zwar ist es erwünscht, Zeugnisse und Zertifikate mitzuschicken, allerdings sollten Sie sich hier auf das Wesentliche konzentrieren, das auch für die angestrebte Stelle von Relevanz ist.

Am Anfang der Karriereleiter

Starten Sie gerade Ihre Karriere, haben Sie zwischen den Zeugnissen und Zertifikaten eine gar nicht so große Auswahl. Da ist man meist schon froh, wenn man zwei Anhänge der Bewerbung beifügen kann. In diesem Fall sollten Sie auf jeden Fall das Zeugnis des höchsten Schulabschlusses sowie das letzte Prüfungszeugnis, also vom Bachelor, Diplom oder der Ausbildungsstelle beifügen. Weiterhin machen Praktikumszeugnisse einen guten Eindruck. Hier können Sie ebenfalls noch auf Zertifikate über Freiwilligenarbeit oder Sprachkurse beifügen, sofern diese eine Bedeutung für die Stelle haben.

Zeugnisse und Zertifikate bei späten Bewerbungen

Wenn Sie bereits über langjährige Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen verfügen, müssen Sie sich entscheiden, welche Zeugnisse und Zertifikate tatsächlich an Ihre Bewerbung angehängt werden. Worauf Sie auf keinen Fall verzichten dürfen, ist das Zeugnis des Berufsabschlusses oder des Universitätsabschlusses. Wenn Sie über 30 Jahre alt sind und schon in einem Beruf tätig waren, können Sie auf die Schulzeugnisse verzichten, da den Arbeitgeber nun eher Ihre berufliche Kompetenz als die schulische Leistung interessiert.

Haben Sie bereits für mehrere Arbeitgeber gearbeitet, dann sollten Sie sich auf die letzten drei Arbeitszeugnisse konzentrieren. Wie aber schaut es mit Zeugnissen und Zertifikaten von Weiterbildungen aus? Hier müssen Sie eine geschickte und kluge Auswahl treffen. Legen Sie nur die Zertifikate bei, die Ihnen Kenntnisse belegen, die Sie aktiv im neuen Job einsetzen können und die Ihre Qualifikationen und Voraussetzungen für den Job beweisen.

Achten Sie auf das Alter der Zeugnisse und Zertifikate

Neben der inhaltlichen Kohärenz mit der Stelle sollten die Zeugnisse und Zertifikate nicht älter als zehn Jahre sein. Eine Weiterbildung im Computerbereich, die Sie vor 15 Jahren gemacht haben, wird Ihnen für die aktuelle Stelle keinen Vorteil erbringen. Daher können Sie diese Zertifikate aus der Bewerbung weg lassen. Auch alle privaten Weiterbildungen, die nichts direkt mit dem Berufsleben zu tun haben, wie beispielsweise Nähkurse oder Ähnliches, gehören nicht in eine Bewerbung.

Was tun, wenn Zeugnisse und Zertifikate fehlen?

Leider weigern sich viele Arbeitgeber, vor allem Zeitarbeitsfirmen, Ihren Mitarbeitern nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Zeugnis auszustellen. Allerdings ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, sodass Sie Ihr Zeugnis in diesem Fall einklagen können. Sollten Sie dennoch kein Zeugnis vorweisen können, müssen Sie sich auf Fragen diesbezüglich im Vorstellungsgespräch gefasst machen. Aber keine Sorge, an einem fehlenden Zeugnis sollten Sie nicht scheitern, da viele Arbeitgeber über die mangelnde Bereitschaft anderer, ein Arbeitszeugnis auszustellen, Bescheid wissen.

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